Verlag Wilhelm Spemann
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Der Verlag Wilhelm Spemann war ein 1873 gegründetes Stuttgarter Verlagshaus, in dem vor allem Periodika und Buchreihen veröffentlicht wurden.
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[Bearbeiten] Allgemeines
Johann Wilhelm Spemann (* 24. Dezember 1844 in Unna; † 29. Juni 1910 in Stuttgart) besuchte in Dortmund das Gymnasium und studierte in Zürich. Er machte eine Lehre bei Carl Hoffmann in Stuttgart und arbeitete bei Volckmar in Leipzig. Von 1866 bis 1868 lebte Spemann in Italien.
Seine Tätigkeit als Verleger begann er 1873 durch den Erwerb von Julius Weise's Hofbuchhandlung in Stuttgart, wo er im gleichen Jahr den nach ihm benannten Verlag gründete. Um sich auf das Verlagsgeschäft konzentrieren zu können, verkaufte er 1874 den Buchhandlungsteil. Spemanns Programm bewegte sich innerhalb fester Grenzen und umfasste bessere Belletristik, Kunst-, Kultur- und Sittengeschichte, Biographien und Länder- und Völkerkunde.
Weitere bedeutende verlegerische Leistungen waren die Herausgabe einer neuen kritischen Klassikerausgabe Die deutsche Nationalliteratur und die Wiederbelebung des Pierer'schen Conversations-Lexikons.
1881 beauftrage Wilhelm Spemann Joseph Kürschner mit der Redaktion der Zeitschrift Vom Fels zum Meer. Auch das Jahrbuch Das Neue Universum und die Knabenzeitschrift Der Gute Kamerad (ab 1887) stammen aus seinem Verlag.
1889 wurde die Union Deutsche Verlagsgesellschaft gegründet und der Spemann-Verlag ging darin auf. Allerdings belebte Wilhelm Spemann nach Streitereien im Aufsichtsrat des Union-Verlags um 1900 seinen eigenen Verlagsnamen wieder.
[Bearbeiten] Der Verlag und Karl May
Karl May schrieb ab 1882 für den Verlag W. Spemann und schloss auch einen Exklusivvertrag, an den er sich allerdings nicht hielt. Im Laufe der Zeit verschlechterte sich das Verhältnis rapide, da die steten Forderungen nach mehr Manuskript in einem Missverhältnis zur eher lauen Zahlungsmoral gestanden haben sollen. Ab 1892 bemühte sich May – auch mit Hilfe eines Anwalts – aus dem Vertrag mit Spemann herauszukommen.
Folgende May-Texte wurden bei Spemann veröffentlicht:
[Bearbeiten] in Das Neue Universum
- Ein Oelbrand (1882-1883)
[Bearbeiten] in Vom Fels zum Meer
- Christi Blut und Gerechtigkeit (1882)
- Saiwa tjalem (1883)
- Maghreb-el-aksa (1887)
[Bearbeiten] in Der Gute Kamerad
- Der Sohn des Bärenjägers (1887)
- Ibn el 'amm (1887)
- Ein Prairiebrand (1887)
- Ein Phi-Phob (1887)
- Das Hamaïl (1887)
- Der Geist der Llano estakata (1888)
- Kong-Kheou, das Ehrenwort (1888-1889)
- Oeffentliche Sendepistel an meine lieben, kleenen Kameraden/Meine lieben Kameraden! (1888)
- Antwortschreiben an O. Erdmann zu Hofgeismar bei Kassel (1888)
- Wasserrast auf dem Marsche (1889)
- "Löffel begraben" (1889)
- Die Sklavenkarawane (1889-1890)
- Das Straußenreiten der Somal (1889)
- Sklavenrache (1889)
- "Villa Bärenfett" (1889)
- Der Schatz im Silbersee (1890-1891)
- Der Schlangenmensch (1890)
- Zum erstenmal an Bord (1890)
- Das Vermächtnis des Inka (1891-1892)
- Die beiden Kulledschi (1891)
- Eine Seehundsjagd (1891)
- Der Ölprinz (1893-1894)
- Der schwarze Mustang (1896-1897)
[Bearbeiten] Literatur
- Adolf Spemann: Wilhelm Spemann: Ein Baumeister unter den Verlegern. Stuttgart 1943.
[Bearbeiten] Weblinks
- Eintrag Wilhelm Spemann in der großen Wikipedia.
