Tschibuk

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Tschibuk (türkisch: »Rohr«, »Pfeifenrohr«), Tabakspfeife, bestehend aus einem deckellosen, kleinen, aber breiten Tonkopf (Lule), einem Rohr und einem Mundstück (Imame).

[Bearbeiten] Anwendung

Der Tabak im Pfeifenkopf wird durch eine glimmende Kohle entzündet. Eine kleine Metallschale unter dem Kopf soll das Zerstören von Bodenbelägen durch Funken verhindern. In früherer Zeit trug dem angesehenen Türken ein besonderer Diener, der Tschibuktschi, der auch für die Pflege verantwortlich war, die Pfeife hinterher.


Eine detaillierte Beschreibung der kulturellen Bedeutung des Tschibuk lieferte Helmuth von Moltke in "Unter dem Halbmond" (Kap 29: Stillleben von Bujukdere – Der Tschibuk):

"Das Weichselkirschrohr ist 2 bis 6 Fuß und darüber lang, je länger und je dicker, umso kostbarer. Wenn der unwissende Franke (die Türken sagen Jabandschi – »der Wilde«) einen Tschibuk kauft, so erhält er in der Regel ein aus Ahornholz gedrechseltes und mit Kirschbaumrinde plattiertes Rohr. Die Türken erkennen den Europäer auf den ersten Blick, besonders wenn er den Fes aufsetzt und mit Sommersprossen, rotem Bart und blauen Augen, mit Handschuhen und Brille auf der Nase den Anspruch erhebt für einen echten Gläubigen zu gelten.
Das zweite Requisit ist der Kopf (Luleh); der rote Ton wird in bleierne Formen gepresst, getrocknet und gebrannt. Du findest ganze Straßen von Läden, wo nur solche roten Köpfe, andere, in denen nur die Röhren feilgeboten werden; dieser Umstand bewirkt, dass man nie überteuert werden kann.
Das letzte und kostbarste Stück der Pfeife ist die Bernsteinspitze (Takkim). Am geschätztesten ist der milchweiße Bernstein ohne Adern oder Flecken, und wenn eine solche Spitze aus großen Stücken besteht, so kostet sie vierzig, fünfzig, selbst hundert Taler. Ich glaube, dass der größte Teil alles seit Jahrhunderten gefundenen Bernsteins in die Türkei gewandert ist, denn auch der geringste Türke sucht dabei ein Stückchen für seine Pfeife an sich zu bringen. Wahr ist es, dass keine andere Substanz so angenehm für die Lippen ist wie der Bernstein, von dem man sich noch überdies überzeugt hält, dass er keinen ansteckenden Stoff annimmt; dies ist zur Zeit der Pest beruhigend, denn wenn ein besonders geschätzter Gast eintritt, so gibt der Türke ihm sogleich seine eigene Pfeife zu rauchen.
Der Tabak (Tütün) ist vortrefflich und besonders der syrische von Ladik geschätzt; er wird sehr dünn geschnitten, brennt leicht und knistert wie Salpeter.
Ein eigener Diener hat nichts anderes zu tun, als seinem Herrn, der selbst nichts zu tun hat, die Pfeife rein zu halten, sie zierlich zu stopfen, eine glühende Kohle genau mitten auf den Tabak zu legen, den Tschibuk anzurauchen und mit einer gewissen Zeremonie zu überreichen; er fasst dabei das Rohr oben mit der rechten Hand, die linke aus Ehrfurcht vorn über den Leib gelegt, so schreitet er schnell auf dich zu und setzt den Kopf genau so an die Erde, dass, wenn er die Spitze herumschwenkt, sie dir an die Lippen reicht; dann schiebt er eine kleine Messingschale unter den Kopf, um den kostbaren Teppich vor der Kohle zu bewahren, und zieht sich rückwärts an die Tür zurück, wo er stehen bleibt und wartet, bis er wieder stopfen kann.
Die Türken sagen, die Pfeife »trinken« (tschibuk itschmek), und wirklich schlürfen sie sie wie wir ein Glas Rheinwein; sie ziehen den Rauch ganz in die Lungen ein, lehnen den Kopf zurück, schließen die Augen und lassen den berauschenden Dampf langsam und mit Wohlbehagen durch Nase und Mund ausströmen."


Vom Tschibuk unterschieden wird die Nargileh, die Wasserpfeife.