Rudolf Bernstein

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Ehepaare Bernstein und May, 1904
Bernsteins Unterschrift

Friedrich Rudolf Bernstein (* 1858; † 1932) war Rechtsanwalt (Schwerpunkt Baurecht) und vertrat zwischen 1901 und 1908 Karl May.

Ende 1901 erhielten die Dresdner Rechtsanwälte Rudolf Bernstein, Ernst Hugo Klotz und Dr. Johannes Clemens Langenhan Post von Karl May, der sie bat, Abschriften von Leserbriefen zu beglaubigen. Das taten sie. Anfang 1902 wandte sich May dann gezielt an Bernstein und betraute ihn resp. die Kanzlei damit, ihn in dem Urheberrechtsprozess gegen Pauline Münchmeyer (Verlag H. G. Münchmeyer) und den neuen Inhaber des Verlags, Adalbert Fischer, zu vertreten. Dadurch, dass sich gerade dieses Verfahren lange hinzog, wurde der Kontakt zwischen Anwalt und Klient enger. Zeitweise verband die Ehepaare Karl und Emma / Klara May und Rudolf und Emmy Bernstein eine richtige Freundschaft. Bernstein, von Karl May als "lieber Rudi und wahrer Freund" angeredet, war wohl hauptsächlich an dessen Prozessierfreudigkeit beteiligt. Er bestärkte jedenfalls den Schriftsteller in seinem Bemühen, auf jedes ihm angetane Unrecht mit dem Gang vor das Gericht zu reagieren, auch da, wo ein Verzicht auf den Ruf nach dem Richter vielleicht klüger gewesen wäre. Sehr spät erst erkannte May, dass Bernstein, der wohl auch überhöhte Honorare verlangt hatte, seine eigenen Interessen vor die seines Mandanten stellte. Die Folge war, dass Karl May sich 1908 von diesem Rechtsbeistand löste.

Am 1. Mai 1911 schrieb Klara May in ihrem Brief an Dr. Adolf Schriefer: "Der böseste Conflikt war noch die Sache mit unserem eigenen Anwalt."[1]

Während seiner Studienzeit in Leipzig war Bernstein Mitglied der Turnerschaft Istaevonia im VC (heute Turnerschaft im CC Cimbria-Istaevonia Bonn).[2]

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Zitiert nach Hermann Wohlgschaft: "Ich könnte eine ganze Menge meiner Gegner vernichten." Zum Brief Karl Mays an Adolf Schriefer. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 2000, S. 38. (Onlinefassung)
  2. Geschichte der Bonner Turnerschaft im CC Cimbria-Istaevonia, hrsg. zur Feier des 125. Stiftungsfestes vom 4. bis 6. Juli 1986 in Bonn, S. 11.

[Bearbeiten] Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.