Plauen
Aus Karl-May-Wiki
Plauen ist die größte Stadt des Vogtlands, einem Teil des westlichen Erzgebirges.
Ende der 1840er Jahre wurde die Stadt an das Eisenbahnnetz angeschlossen und entwickelte sich rasch. Zwischen 1854 und 1874 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 26.000. Plauen wurde ein Zentrum der Textilindustrie.
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[Bearbeiten] Plauen in Mays Leben
[Bearbeiten] Seminarzeit
Ab dem 4. Juni 1860 konnte Karl May seine Ausbildung am "Vogtländischen Schul-Lehrer-Seminar" in Plauen fortsetzen und nach 16 Monaten am 12. September 1861 beenden.
Eine erste Unterkunft fand May in einer Dachkammer der Gastwirtschaft "Zur Pyramide" in der Schustergasse 9 (Stadtzentrum). Das Seminargebäude befand sich in der Seminarstraße 4. Später zog Karl May in das angeschlossene Internat.
In Plauen befindet sich auch das Gasthaus "Zum Tunnel" (Inhaber: Ernst Anders), das von den Seminaristen besucht werden durfte. Den dort gereichten "grüngenüfften Klößen" wurde in der Erzählung Der schwarze Mustang ein literarisches Denkmal gesetzt.
[Bearbeiten] spätere Kontakte
Das Seminar verfolgte die Lebenswege seiner Absolventen und verschickte zu Jubiläen Festschriften und Einladungen. Zum 75-jährigen Bestehen des Seminars 1885 gibt es keinen Kontaktnachweis zu Karl May, aber 1910 (100-jähriges Bestehen) kommt von ihm eine Absage. Der Redakteur des Plauener Sonntags-Anzeigers, Victor Klages, versuchte damals von Ehemaligen Statements oder Erinnerungen zum Jubiläum einzutreiben. Karl May lehnte – mit Verweis auf die damaligen Presseangriffe – ab. (Victor Klages wurde im Karl-May-Jahrbuch 1924 von Euchar Albrecht Schmid als Verteidiger Mays erwähnt.)
[Bearbeiten] nach 1912
Ab 1932 beschäftigte sich die Lokalpresse in Plauen intensiver mit Karl May und berichtete über seine Seminarzeit. 1942 kam aus Plauen selbst der Vorschlag, am Haus "Zur Pyramide" eine Gedenktafel anzubringen. Bevor der Plan verwirklicht werden konnte, wurde das Gebäude 1945 zerstört.
Am 28. April 1999 wurde am ehemaligen Seminargebäude eine Gedenktafel angebracht. Geschaffen wurde sie von dem Plauener Bildhauer Johannes Schulze.
[Bearbeiten] Plauen in Mays Werk
[Bearbeiten] Deutsche Herzen - Deutsche Helden
Sam Barth war Knopfmachergeselle in Plauen, bevor er wegen seiner unglücklichen Liebe zu Auguste Rothe nach Amerika auswanderte.
[Bearbeiten] Der schwarze Mustang
Die Familien der Vettern Timpe stammen ursprünglich ebenfalls aus Plauen.
[Bearbeiten] Literatur
- Hans-Dieter Steinmetz: Reisefrüchte aus Plauen. Eine Hilfestellung für Karl-May-Freunde. In: Karl-May-Haus Information (KMH-I) Nr. 2-3/1990, S. 31-35.
- Wolfgang Hallmann/Christian Heermann: Reisen zu Karl May. Erinnerungsstätten in Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Westsachsen Verlag Zwickau 1992.
- Andreas Graf: Lektüre und Onanie. Das Beispiel des jungen Karl May, sein Aufenthalt auf dem Seminar in Plauen (1860/61) - und die Früchte der Phantasie. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft (Jb-KMG) 1998, S. 84–151. (Onlinefassung)
- Hans-Dieter Steinmetz: "Plauen is mir nämlich sehr ans Herz gewachsen". Zum Aufenthalt Karl Mays am Lehrerseminar der Vogtlandstadt. In: KMH-I Nr. 17/2003, S. 1–54. [mit Dokumentation der Zeugnisse im Faksimile, Zensuren, biografischer Listen aller Lehrer und Mitschüler, Nennung der Schulbücher und Lehrstoffe]
- Hans-Dieter Steinmetz: Die zweite Chance. Zum Aufenthalt Karl Mays am Lehrerseminar Plauen. In: Jb-KMG 2004, S. 11–104.