Karl-May-Haus

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Wohnsitze Karl Mays in Hohenstein und Ernstthal

  1. Karl-May-Haus
  2. Knobloch-Haus
  3. Selbmann-Haus
  4. Pollmer-Haus
  5. Gartenhaus Am Markt 246
  6. Wohnhaus Am Markt 2
Das Geburtshaus 1910
Das Karl-May-Haus 2006

In dem Haus in der Niedergasse 122 in Ernstthal (heute: Karl-May-Straße 54 in Hohenstein-Ernstthal) wurde am 25. Februar 1842 Karl May geboren. Die Familie May lebte hier bis zum April 1845.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

... drei schmale Fenster breit und sehr aus Holz gebaut, dafür aber war es drei Stockwerke hoch und hatte ganz oben unter dem First einen Taubenschlag.... Großmutter, die Mutter meines Vaters, zog in das Parterre, wo es nur eine Stube mit zwei Fenstern und die Haustür gab. Dahinter lag ein Raum mit einer alten Wäscherolle, die für zwei Pfennige pro Stunde an andere Leute vermietet wurde. Es gab glückliche Samstage, an denen diese Rolle zehn, zwölf, ja sogar vierzehn Pfennige einbrachte. Das förderte die Wohlhabenheit ganz bedeutend. Im ersten Stock wohnten die Eltern mit uns. Da stand der Webstuhl mit dem Spulrad. Im zweiten Stock schliefen wir mit einer Kolonie von Mäusen und einigen größeren Nagetieren.... Es gab auch einen Keller, doch war er immer leer.... Der Hof war grad so groß, daß wir fünf Kinder uns aufstellen konnten, ohne einander zu stoßen. Hieran grenzte der Garten, in dem es einen Holunderstrauch, einen Apfel-, einen Pflaumenbaum und einen Wassertümpel gab, den wir als 'Teich' bezeichneten. (Karl May: Mein Leben und Streben)

[Bearbeiten] Geschichte

  • 1688 Eine alte Zeichnung aus jenem Jahr sowie Rückschlüsse aus anderen Quellen lassen vermuten, daß am heutigen Standort dieses Hauses bereits damals ein einstöckiges Gebäude gestanden hat.
  • 1759 Die Fleischerswitwe Dorothea Börnig verkauft das Haus an den Schuhmachermeister Christlieb Schüler.
  • 1767 Christlieb Schüler veräußert das Haus an den Webermeister Christian Gottlieb Klemm und seiner Ehefrau Regina geb. Barth.
  • 1791 Deren Sohn, der Webermeister Christian Gottlieb Klemm, erwirbt das Haus von seinen Eltern.
  • 1808 Christian Gottlieb Klemm verkauft das Haus an seine Ehefrau Marie Rosine Klemm geb. Claus.
  • 1838 Christiane Wilhelmine May geb. Weise, die Mutter Karl Mays, erbt laut Testament der Marie Rosine Klemm vom 4. August 1836 das Haus.
  • 1842 Am 25. Februar wird Karl May in diesem Haus, damals Niedergasse 111, geboren.
  • 1844 Am 28. Mai wird seine Schwester Christiane Wilhelmine, die spätere verehelichte Schöne, hier geboren.
  • 1845 Mays Mutter Christiane Wilhelmine May verkauft das Haus an den Webermeister Wilhelm August Friedrich Stiezel um ihre Hebammenausbildung in Dresden finanzieren zu können. Die Familie May zieht in eine Mietwohnung am Ernstthaler Markt.
  • 1900 Nach 1900 wechselten die Besitzer dieses Hauses in der Reihenfolge: F.W. Schreiber, später Gustav Schreiber, Paul Zierold, Alfred Münch bis 1967.
  • 1929 Am 26. Mai erfolgt die Enthüllung der Karl-May-Gedenktafel an der Vorderfront des Hauses und im Dezember die Umbenennung des hinteren Teils der Bahnstraße in Karl-May-Straße.
  • 1932 Der Teil der Bahnstraße, an der das Geburtshaus steht, wird im Februar ebenfalls in Karl-May-Straße umbenannt.
  • 1968 Übernahme des Hauses aus dem Besitz von Alfred Münchs durch die Firma Webunion KG, seit 1972 verstaatlicht (VEB Webunion).
  • 1975 Übernahme des Hauses durch den VEB Möbelstoff- und Plüschwerke Hohenstein-Ernstthal.
  • 1979 Das Haus geht am 1. April in den Bestand der Gebäudewirtschaft der Stadt über.
  • 1980 Das Haus wird als Geburtsstätte Karl Mays unter Denkmalschutz gestellt und in die Kreisdenkmalliste vom 27. November 1980 aufgenommen.
  • 1982 Das Gebäude wird ab September nicht mehr als Wohnhaus genutzt, es erfolgt im Oktober eine Fassadenrenovierung mit hellgrauem Anstrich und dunkel abgesetzten Fensterumrandungen. So ist das Haus zu Weihnachten in der Dokumentation des DDR-Fernsehens "Ich habe Winnetou begraben" zu sehen, mit der die offizielle May-Renaissance in der damaligen DDR eingeleitet wurde.
  • 1983 Am 17. März beschließt der Rat des Kreises Hohenstein-Ernstthal den Ausbau des Geburtshauses von Karl May zu einer musealen Einrichtung.
  • 1983 bis 1985 erfolgt eine umfassende Rekonstruktion des Hauses unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und die Vorbereitung sowie die Gestaltung der Dauerausstellung.
  • 1985 Am 12. März wird das Geburtshaus als Karl-May-Haus mit einer Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers sowie dem nachgestalteten Wohn- und Arbeitsraum der Familie May der Öffentlichkeit übergeben.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks