Kamel
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Als Altweltkamel wird eine Gattung der Kamelartigen bezeichnet, die in besonderer Weise an das Überleben in der Wüste angepasst sind. Zu dieser Gattung gehören als Art das Baktrische Kamel oder Trampeltier, das sich durch zwei Höcker auszeichnet und das Dromedar, das nur über einen Höcker verfügt.
Sie dienen als „Wüstenschiffe“, also als Reit- und Lasttiere der Karawanen in den Trockengebieten. Daneben werden ihr Fleisch, Fett, Milch, Wolle und Leder genutzt. Der Nutzung entsprechend wurden so viele verschiedene Rassen gezüchtet. Sogar ihr Mist dient, getrocknet, in der rohstoffarmen Umgebung als Brennmaterial. Darum wurden die Tiere über fast alle Wüsten der Erde, sogar bis nach Australien, wo sie im letzten Jahrhundert eingeführt wurden, angesiedelt.
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[Bearbeiten] Kamele bei Karl May
Im Gegensatz zu Pferden sind Kamele bei Karl May nicht wirklich populär. Natürlich tauchen Kamele auf, werden beschrieben und besonders edle Exemplare gelobt... aber sie haben keine Persönlichkeit wie die wesentlich präsenteren Pferde.
- "Die Kamele gehen ihren Schritt, mechanisch wie aufgezogene Maschinen. Sie besitzen nicht das Temperament des edlen Rosses, welches dem Reiter zeigt, daß es sich mit ihm freut und auch mit ihm leidet. Der Herr kann mit seinem Rosse eins sein, mit dem Kamele aber nie, selbst wenn es das kostbarste Hedschihn wäre. Dies spricht sich schon äußerlich durch die Art und Weise aus, wie er auf dem ersteren und wie auf dem letzteren sitzt.
- Der Reisige umarmt den Leib seines Rosses mit den Beinen; er hat »Schluß« und macht dadurch die Sage vom Centauren wahr. Diese Umschlingung bringt die Glieder, die Muskeln und Nerven des Mannes mit denen des Pferdes in innige Berührung. Das Roß fühlt die Absichten des Reiters, noch ehe dieser sie äußerlich zur Andeutung bringt. Es gewinnt ihn lieb; es wagt mit ihm; es fliegt mit ihm, und es geht mit vollem Bewußtsein dessen, was es thut, mit ihm in den Tod.
- Ganz anders beim Kamele. Auf hohem Höcker im Sattel sitzend, berührt der Reiter das Tier nur, indem er seine Füße über den Hals kreuzt. Es giebt nicht den mindesten »Schluß«, keine äußere und also auch keine innere Vereinigung. So hoch er auf oder über ihm thront, so tief bleibt es im geistigen Verständnisse für ihn zurück. Ist es gutmütig, so gehorcht es ihm wie ein Sklave, ohne die Spur einer eigenen Individualität zu zeigen; ist es aber bösartig und störrisch, wie die meisten sind, so steht es mit ihm in einem immerwährenden Kampfe, welcher ihn ermüden und endlich gar mit Widerwillen erfüllen muß. Wirkliche Liebe für seinen Herrn wird man bei einem Kamele nur äußerst selten beobachten.
- Das ist es, was einen einsamen Ritt durch die Wüste noch einsamer macht. Man fühlt ein lebendes Wesen unter sich und kann sich doch nicht mit ihm beschäftigen. ... Das Kamel schreitet gleichmäßig weiter und weiter; es trägt seinen Herrn tage- und wochenlang, lernt ihn aber trotzdem nicht kennen.
- Dann wird ein solcher Ritt durch die Einöde zur wahren Pein, und mit Freuden begrüßt man die kleinste Unterbrechung, welche einem ein günstiger Zufall entgegenschickt."
(Im Lande des Mahdi II)
[Bearbeiten] Kamelhybriden
Das Baktrische Kamel hat zwei Höcker und ist ein robustes Kamel kalter Klimate, während Dromedare einen Höcker haben und Wüstenbewohner sind. Bactrian-/Dromedarhybriden werden Tulus oder Bukhts genannt, sind größer als jeder Elternteil, haben einen einzelnen, lang gezogenen Höcker und sind gute Lastenkamele. Weibliche Tiere, die wiederum mit einem Baktrischen Kamel gepaart werden, finden in Kasachstan Nutzung als Reitkamele.
[Bearbeiten] Literatur
- Chris Lavers: Warum Elefanten große Ohren haben – dem genialen Bauplan der Tiere auf der Spur, Gustav Lübbe Verlag, Bergisch-Gladbach 2001, ISBN 3-7857-2047-5
[Bearbeiten] Weblinks
- Eintrag in der Wikipedia
- Übersicht zur Systematik, den Kamelarten sowie Wissenswertes zu Anatomie und Lebensraum bei kamel-handel.de