Kairo
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Kairo (arabisch: al-Qāhira, die Siegreiche) ist die Hauptstadt von Ägypten und die größte Stadt der arabischen Welt. Von Ägyptern wird die Stadt oftmals auch einfach mit dem Landesnamen – hocharabisch: Misru, ägyptisch-arabisch: Masr – bezeichnet.
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[Bearbeiten] Kairo im 19. Jahrhundert
1517 wurde Kairo von osmanischen Streitkräften erobert, deren Regierungszeit in Ägypten bis ins späte 18. Jahrhundert andauerte. Sie erklärten das Land zu ihrer Provinz und drängten so Kairo an den politischen Rand. Am 24. Juli 1798 übernahmen französische Truppen unter Napoléon Bonaparte während dessen ägyptischer Expedition die Kontrolle über Kairo. Am 18. Juni 1801 kam die Stadt wieder unter osmanische Herrschaft.
Eine wirklicher Bedeutungswandel vollzog sich für Kairo im 19. Jahrhundert mit der Entstehung des Khediven-Reiches. Ismail Pascha, der zwischen 1863 und 1879 regierte, ließ in der Stadt zahlreiche Gebäude errichten und nahm die Eröffnung des Sueskanals im Jahre 1869 zum Anlass, Kairo den europäischen Mächten als blühende Metropole zu präsentieren. Der überwiegende Teil der Entwicklung wurde jedoch über Auslandsanleihen finanziert, wodurch besonders Großbritanniens Einfluss zunahm.
Während der Herrschaft Ismail Paschas dehnte sich Kairo, das nun wieder Hauptstadt wurde, über den Nil Richtung Westen aus. Europäische Architekten wurden beauftragt, die Stadt zu erneuern, die Wohnviertel Zamalik und Muhandisin entstanden, aber auch große Teile der heutigen Innenstadt stammen aus dieser Zeit. Mit der nun forcierten Industrialisierung Ägyptens wuchs die Hauptstadt des Landes immer mehr. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Auslandsverschuldung Ägyptens und die Schwäche des Osmanischen Reiches einen wachsenden europäischen Einfluss in Kairo zur Folge.
Mit der Besetzung Ägyptens durch britische Truppen und der Zerschlagung der Urabi-Bewegung (1881/82) übernahm Großbritannien die Kontrolle über das Land ohne dessen formelle Zuordnung zum Osmanischen Reich zu beenden. Der Khedive von Ägypten blieb formell weiterhin Vasall der Osmanen. Die Urabi-Bewegung entstand im Herbst 1881 als nach dem finanziellen Ruin Ägyptens unter Ismail Pascha das Land unter internationale Finanzkontrolle geriet. Gegen diese internationale Kontrolle von Finanz- und Wirtschaftspolitik und die autokratische Herrschaft der Dynastie des Muhammad Ali wandte sich die Bewegung. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Kairo zur Kulturhauptstadt. Selbst die feine englische Gesellschaft zog es dorthin. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges herrschte ein reges künstlerisches Schaffen.
Am 18. Dezember 1914 erklärte Großbritannien Ägypten offiziell zum britischen Protektorat, womit die letzten formalen Beziehungen zum Osmanischen Reich aufgehoben wurden. Außerdem setzten die Briten die Kriegswirtschaft durch, was zu einer weitreichenden Verarmung der Bevölkerung führte, da durch die Kaufkraft der britischen Truppen die Lebensmittelpreise stark anstiegen, andererseits aber die Baumwollpreise auf britische Intervention stark gesenkt wurden.
Als die Briten 1919 die Reise einer Delegation ägyptischer Nationalisten unter Sad Zaglul (Wafd-Partei) zur Pariser Friedenskonferenz verhinderten, kam es zu schweren Unruhen, Streiks und zum Boykott britischer Produkte. Unter diesem Druck setzte der britische Hochkommissar Allenby durch, Ägypten am 28. Februar 1922 die Unabhängigkeit zu gewähren, um weiterhin die britischen Interessen wahren zu können. Kairo blieb weiterhin Hauptstadt des Landes.
[Bearbeiten] Karl May und Kairo
[Bearbeiten] im Leben
Während seiner Orientreise 1899/1900 machte Karl May mehrfach Station in Kairo. Längere Aufenthalte gab es in beiden Jahren. May verhielt sich dabei übrigens wie jeder Tourist seiner Zeit und graste die im aktuellen Baedeker angeführten Sehenswürdigkeiten ab.
- Am 14. April 1899 trifft May, von Ismailija kommend, in Kairo ein und bezieht ein Zimmer im Hotel Bavaria. Am 19. April besucht er die Pyramiden von Gizeh und logiert standesgemäß im Mena House. Von dort aus geht es auf Kamelen weiter nach Sakkara, Bedraschên und Heluân. Die Rückreise erfolgt dann komfortabel mit der Bahn. Er bleibt bis zum 24. Mai in Kairo und arbeitet an seiner Gedichtsammlung Eine Pilgerreise in das Morgenland. Kurz vor seiner Abreise, am 23. Mai, engagiert er seinen Diener Sejd Hassan, der ihn über ein Jahr lang auf seiner Reise begleiten sollte. Am 24. Mai verlässt er Kairo gen Siut.
- Am 18. Juni kehrt May nach Kairo zurück, bleibt bis zum 23. Juni und reist dann wieder ab nach Port Said.
- Vom 13. bis zum 14. Dezember logiert May im Kairoer Hotel Savoy.
- Am 9. April 1900 treffen die Ehepaare Karl und Emma May und Richard und Klara Plöhn auf ihrer gemeinsamen Reise in Kairo ein. Für May sollte es der letzte Aufenthalt in dieser Stadt sein. Man wohnt im Hotel Continental und unternimmt diverse gemeinsame Ausflüge in die Umgebung, auch nach Gizeh. Beide Paare reisen am 28. April gemeinsam in Richtung Port Said ab.
[Bearbeiten] im Werk
- Ein Teil des Kolportageromans Deutsche Herzen - Deutsche Helden spielt vor, in und um Kairo. Teile davon wurden umgestaltet und als Band 60 der Gesammelten Werke im Karl-May-Verlag unter dem Titel Allah il Allah veröffentlicht.
- Ein Teil der Erzählung Leïlet spielt in Kairo. Das dort erwähnte Hotel d'Orient wird auch in der Mahdi-Trilogie genannt. Diese Trilogie beginnt in Kairo, ebenso wie die Erzählung Et in terra pax/Und Friede auf Erden! dort einsetzt, wobei Karl May hier auf seine tatsächlichen Erfahrungen vor Ort zurückgreifen konnte, und so z. B. auch wie jeder Tourist schon damals im Hotel wohnte und die Pyramiden besuchte. Der dort in der Realität engagierte Diener Sejd Hassan wird in der Fiktion zu Sejjid Omar.
- Satan und Ischariot
- Der Kutb
- Die beiden Kulledschi
- Sattler in Kairo Illustrationstext, 1891 - Urheberschaft nicht gesichert
[Bearbeiten] Sonstiges
- 1998 produzierte Erich Loest sein Filmprojekt Karl May reist zu den lieben Haddedihn (mit Peter Sodann als Karl May) in Kairo.
- Das Karl-May-Haus widmete seine Sonderausstellung vom 23. Februar bis zum 30. März 2008 der Beziehung Karl Mays zu Ägypten unter dem Titel Karl May im Lande der Pharaonen. 2009 wurden unter dem Thema Klara May als Photographin insb. Fotos von der Orientreise gezeigt.
[Bearbeiten] Literatur
- Hans Rühlmann: Karl May in Kairo. In: Karl-May-Jahrbuch 1923.
- Hartmut Schmidt: Auf Karl Mays Spuren in Kairo. In: Karl May in Leipzig (drei Teile; Nrn. 47, 56 und 57).
- Hartmut Schmidt: "Will ganz für mich, ganz allein bleiben..." Karl Mays Begegnung mit Max von Oppenheim in Kairo. In: Karl-May-Haus Information Nr. 16/2003.
- Hartmut Schmidt: "Wie viel schöner ist Stambul als Kairo!" In: Karl-May-Welten. Karl-May-Verlag Bamberg-Radebeul 2005.
- Hartmut Schmidt: So kann man sich irren... In: Karl May in Leipzig Nr. 64/2006. [über die Entdeckung einer Karl-May-Stätte in Kairo]
[Bearbeiten] Weblinks
- Der vollständige Eintrag bei Wikipedia.
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