Franz Josef Börger

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Franz Josef Börger (Pfadfindername: Alter Wolf; * 1864; † 1953 in Fretter, Nordrhein-Westfalen) wurde bekannt als erster deutscher Pfadfinder und als einer Begründer der deutschen Pfadfinderbewegung.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Seine Rolle in der deutschen Pfadfindergeschichte

Franz Josef Börger gilt als der erster deutscher Pfadfinder und als Begründer der deutschen Pfadfinderbewegung, da er 1909 (1910) den ersten Pfadfinderstamm in Deutschland gründete.[1][2]

Jedoch wurde die Pfadfindergeschichte im deutschsprachigen Raum maßgeblich durch die Personen Alexander Lion und Maximilian Bayer geprägt, da diese 1909 das Buch "Scouting for Boys" von Robert Baden-Powell, dem Gründer der weltweiten Pfadfinderbewegung, ins deutsche übertragen haben ("Das Pfadfinderbuch", 1909). Spätere Ausgaben ab 1911 tragen den Titel "Jungdeutschlands Pfadfinderbuch".

Eine andere Quelle verweist auf den 17. April 1909, als Meilenstein in der deutschen Pfadfindergeschichte, als acht englische Boy Scouts Deutschland besuchen und nennt den Herbst und Bamberg als die ersten Pfadfinder in Deutschland. Ebenso wird laut selber Quelle am 25. September 1909 die Gründung des 1. Münchner Pfadfinderzugs durch Gymnasiallehrer Franz Paul Wimmer genannt und die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) nimmt innerhalb des Christlicher Verein Junger Menschen (CVJM) ihr Arbeit auf woraufhin die Gründung einer Pfadfinderabteilung innerhalb des CVJM in Nürnberg sowie die Gründung des "Verein für Jugendsport in Feld und Wald" in Berlin und in München entsteht der "Bayerische Wehrkraftverein", die beide die pfadfinderische Methode bereits anwandten.[3]

Börger wurde in seiner Pfadfinderarbeit stark durch die scoutischen Elemente der durch Baden-Powell geführten Pfadfinderbewegung beeinflusst. Dies spiegelt sich im Kontakt zu diesem wider, den er über Jahre unterhielt.

[Bearbeiten] Freundschaft mit Karl May

Franz Josef Börger unterhielt eine jahrelange Freundschaft zu Karl May, mit dem er rege korrespondierte.

So kam es auch zu dem durch Börger formulierten Vergleich zwischen Winnetou und den Pfadfindern:

In jener Zeit hatte Karl May den Jungen seinen "Winnetou" geschenkt, während ich mitten in der von England zu uns gekommenen Pfadfinderbewegung stand, und ihm viel von dieser neuen Jugendbewegung, von ihrem sieghaften Aufwärtsstreben, ihrem frohen Waldläufertum, von Baden-Powell, dem Begründer dieses Weltpfadfinderbundes, mit dem ich Seite an Seite unter dem Lilienbanner stand, erzählte.[4]

Am 15. Januar 1902 trafen sie sich bei Karl Mays Aufenthalt in Koblenz abends im Hotel Monopol.[5]

Für die kleinen Pfadfinder in Börgers Gruppe spendet May zwanzig orientalische Münzen, die Börger verteilen soll. Die Jungs haben sich Karl-May-Namen gegeben; Börger selbst ist Klekih-petra.[6]

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. In: Fretter - ein sauerländisches Dorf und seine Bewohner. Zus.-gest. von G. Becker, E. Deitenberg und V. Kennemann, 1985.
  2. Homepage Fretter (NRW): Geschichte, 22. August 2006.
  3. VCP Fichtelgebirge: Zeittafel - Geschichte der Wandervogel- und der Pfadfinderbewegung im Überblick, 22. August 2006.
  4. In: Wir unter uns. Eine Zeitschrift für die Jugend. Verlag Jugendpresse Bad Ein, Heft 6/7, 1949/50, S. 12.
  5. Karl-May-Chronik III, S. 9.
  6. Karl-May-Chronik III, S. 14.

[Bearbeiten] Literatur

Informationen über Zeitgenossen Karl Mays finden Sie im Namensverzeichnis Karl May – Personen in seinem Leben von Volker Griese unter Mitwirkung von Wolfgang Sämmer.