Felsenbühne Rathen
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Die Felsenbühne Rathen ist eine Naturbühne in der Sächsischen Schweiz. Sie befindet sich im Kessel am oberen Ende des Wehlgrundes zwischen den Felsen Kleine Gans und Großer Wehrturm unterhalb von Bastei und Felsenburg Neurathen. Der Kesseleingang zweigt kurz oberhalb der Mündung des Amselgrundes links ab. Das Freilichttheater mit 2.000 Plätzen (seit der Vergrößerung 1957) wurde 1936 von der Gemeinde Rathen für die Aufführung von Schauspielen und Musikstücken angelegt. Bereits 1938 wurden die ersten Karl-May-Festspiele veranstaltet. In den sommerlichen Spielzeiten kam die Landesbühne Sachsen schon auf 90 Vorstellungen zwischen Juni und September. Von hier aus führt die Rathener Treppe über 487 Stufen zur Bastei.
In Rathen fanden die ersten Karl-May-Spiele statt. Und viele halten sie noch heute für die besten, sprich die Karl-May-treuesten.
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[Bearbeiten] Geschichte
[Bearbeiten] Anfangsjahre
Im Elbsandsteingebirge beginnen 1935 die Einwohner der Stadt Rathen eine Bühne zu bauen – eine Freilichtbühne. Und das mitten im Wehlgrund in der Sächsischen Schweiz. Der damalige Bürgermeister Erich Winkler entdeckt die heutige Felsenbühne – eines der schönsten Naturtheater in Europa. 1938 kam dann die Idee, Karl May vor der herrlichen Kulisse zu spielen.
[Bearbeiten] 1938
Am 28. Mai 1938 findet die Premiere von Winnetou statt. Die Schauspieler kamen zum größten Teil aus Dresden, aber es war auch ein "echter" Indianer dabei. Die Karl-May-Spiele entsprachen dem Geschmack des Publikums – 1938 und 1939 besuchten insgesamt 350.000 Personen die Inszenierungen.[1]. Bei der Premiere war Klara May anwesend.
[Bearbeiten] 1939
Der Erfolg war sehr groß. Also wurde 1939 noch einmal Winnetou aufgeführt. Das Programmheft umfasste 32 Seiten und es gab eine zusätzliche Informationsbroschüre in fünf (!) Sprachen. (Darsteller: Herbert Dirmoser als Winnetou, Hans Kettler als Old Shatterhand, Josef Keim als Santer und Hildegard Jakob als Nscho-tschi). Karl Milling war Tangua und Fritz Hofbauer spielte den Intschu-tschuna. Auch der echte Indianer war wieder dabei.
[Bearbeiten] 1940
In den beiden ersten Jahren wurden die Spiele vom Gemeindekulturverband veranstaltet, 1940 allerdings sprang der Veranstalter ab (und veranstaltete diese Karl-May-Spiele in Werder an der Havel). Doch Rettung für Rathen nahte von einem Zirkus, dem Zirkus Sarrasani. Der Betrieb war in Dresden beheimatet, sprang nun ein und veranstaltete Wild-West-Spiele nach Karl May. Allerdings blieb Karl May eher auf der Strecke, zugunsten von Zirkusdarbietungen unter dem Titel Der Schatz im Silbersee - einer Mischung aus dem Silbersee- und dem Ölprinz-Stoff. (Darsteller: Adolf Steinmann als Sam Hawkens, Joseph Firmans als Brinkley, Johannes Felgner als Winnetou, Ursula Wagner als Juana, Konrad Gericke als Old Shatterhand). Die Mitarbeit des Zirkus muss spektakulär gewesen sein: Dutzende Pferde waren aktiv, Kunstschützen, Messerwerfer, Lassoschwinger und Kunstreiter wurden in die Handlung eingebunden.... Der Erfolg manifestierte sich in einer Besucherzahl von über 150.000.[2]
[Bearbeiten] 1941
Im folgenden Jahr wurde dann wieder Winnetou, diesmal in einer Bearbeitung von Ludwig Körner, gezeigt. Am 28. Juli 1941 war Premiere. (Darsteller: Hildegard Jakob als Nscho-tschi, Willy Gade als Sam Hawkens, Fritz Kalmann als Intschu-tschuna, Alfred Kert als Winnetou, Karl Heinz Bernhardt als Old Shatterhand, Friedrich Schiffermüller als Klekih petra, Erich Wengefeld als Tangua)
1942 war dann zunächst Schluss mit den Spielen – der Krieg benötigte alle Gelder und ließ Karl-May-Inszenierungen nicht mehr zu.
[Bearbeiten] May-Renaissance in der DDR
Seit 1984 findet Karl May auf der Felsenbühne Rathen wieder statt. 1991 wurden dann nur Karl-May-Stücke gezeigt (einzige Ausnahme: fünf Siegfried-Vorstellungen): Winnetou II und Der Ölprinz. Und Jürgen Haase wechselte die Rolle: aus Winnetou wurde Old Shatterhand. Für den edlen Apachen-Häuptling fand Herbert Graedtke eine ideale Neubesetzung – Olaf Hais. Viele Fans halten ihn für den originalgetreuesten Winnetou überhaupt. Dafür sorgt wohl auch die Rathener Tradition, den Winnetou nicht – wie in den Filmen – mit lang herunterhängendem Haar auftreten zu lassen, sondern mit dem helmartigen Schopf – so wie Karl May es beschreibt. Bis zur Saison 2000 sollte Olaf Hais als Winnetou der Felsenbühne erhalten bleiben. 1992 wurde der Spielplan der Felsenbühne Rathen durch die Premiere von Winnetou II erweitert, doch sorgten in dieser Saison vier Brandanschläge für Millionenschäden. Nach diesen Verlusten wurde Der Ölprinz vom Spielplan genommen und 1993 durch Winnetou I und Winnetou II ersetzt. 1994 war dann auf der Bühne nur Winnetou I zu sehen. Erst 1995 gab es eine Uraufführung – Old Surehand, geschrieben von Olaf Hörbe, hatte am 24. Juni Premiere und wurde bis ins Jahr 1997 gespielt. Auch in dieser Zeit gab es einige Umbesetzungen. Die Titelrolle Surehand wurde gleich von drei Schauspielern gespielt.
[Bearbeiten] 1984
Darsteller: Herbert Graedtke als Old Shatterhand, Jürgen Haase als Winnetou, Bernd Nönning als Tante Droll, Friedemann Nawroth als Lord Castlepool, Wolfgang Mähnert als Großer Wolf, Horst Mendelsohn als Grauer Adler, Karl Ballmann als Alter Bär
[Bearbeiten] aktueller Stand
1998, zum 60. Jubiläum der Rathener Karl-May-Inszenierungen wurde Untern Geiern – Der Geist des Llano Estacado uraufgeführt. Und im Jahr 2001 erlebt Winnetou III seine Uraufführung – doch ohne Olaf Hais. Neuer Winnetou wurde Jean-Marc Birkholz, der bis zum Ende der Saison 2006 die Rolle des Winnetou spiele. Ihm zur Seite stand – ebenfalls bis Ende der Saison 2006 – der "Shatterhand" von 1991, Jürgen Haase. 2004 bis 2006 wurde in Rathen Winnetou I gespielt, wieder geschrieben und inszeniert von Olaf Hörbe. Auf dem Spielplan für 2007 und 2008 stand Der Schatz im Silbersee.
[Bearbeiten] Premieren der Karl-May-Stücke in Rathen
- 1938: Bilder und Gestalten um Winnetou mit Schatz im Silbersee, bearbeitet von Richard Thalheim (Sächsischer Gemeindekulturverband)
- 1939: Winnetou, bearbeitet von Richard Thalheim
- 1940: Wild-West-Spiele nach Karl May mit Schatz im Silbersee und Ölprinz mit dem Zirkus Sarrasani
- 1941: Winnetou in einer Neubearbeitung von Ludwig Körner
- 1984: Der Schatz im Silbersee, Abenteuerstück frei nach Karl May von Helmut Menschel, Premiere: 9. Juni 1984 (Winnetou – Jürgen Haase, Old Shatterhand – Herbert Graedtke)
- 1987: Winnetou von Uwe Wolf (Winnetou – Jürgen Haase, Old Shatterhand - Jürgen Polzin/Norbert Braun)
- 1991: Der Ölprinz, Helmut Menschel (Winnetou – Olaf Hais; Old Shatterhand – Jürgen Haase)
- 1992: Winnetou II von Uwe Wolf
Brandanschläge auf die Bühne
- 1995: Old Surehand von Olaf Hörbe
- 1998: Unter Geiern von Olaf Hörbe
- 2001: Winnetou III von Olaf Hörbe (Winnetou – Jean-Marc Birkholz, Old Shatterhand – Jürgen Haase)
- 2004: Winnetou I von Olaf Hörbe
- 2007: Der Schatz im Silbersee von Olaf Hörbe
- 2010: Der Ölprinz von Olaf Hörbe
- 2012: Old Surehand von Olaf Hörbe
[Bearbeiten] Sonstiges
- Von der Aufführung des Jahres 2005 (Winnetou I) gibt es auch eine Hörspielfassung. Dabei handelt es sich nicht um einen Bühnenmitschnitt, sondern um eine Adaption des Bühnenstückes, bei der alle Sprechrollen einen Ausflug in ein Tonstudio unternommen haben.
- 2003 gab es im Karl-May-Museum Radebeul eine Sonderausstellung Winnetou im Elbsandsteingebirge. 65 Jahre Felsenbühne Rathen zur Geschichte der Bühne.
[Bearbeiten] Anmerkungen
- ↑ Georg Görner: Karl May auf der Freilichtbühne. Zweites Vorwort zu Winnetou lebt...! von Richard Thalheim. Karl-May-Verlag Radebeul/Dresden, 1939/40.
- ↑ Vorwort von Bürgermeister Erich Winkler zu Das Vermächtnis des alten Indianers von Richard Thalheim. Verlag Felsenbühne Rathen.
[Bearbeiten] Literatur
- Richard Thalheim: Winnetou lebt...! Karl-May-Verlag Radebeul/Dresden, 1. Auflage (1. bis 15. Tausend) 1939, 2. Auflage (16. bis 30. Tausend) 1940. (Bildband mit Schwarz/Weiß-Fotos aus den Aufführungen von "Winnetou" der Felsenbühne Rathen 1939, mit Vorworten von Dr. E. A. Schmid und Georg Görner)
- Richard Thalheim: Das Vermächtnis des alten Indianers. 1941 (?) Verlag Felsenbühne Rathen (Bildband mit Schwarz/Weiß-Fotos aus den Aufführungen von "Der Schatz im Silbersee" der Felsenbühne Rathen und einem Vorwort des Bürgermeisters, Erich Winkler)
- Renate Kleucker: Eine Million Mark Schaden durch Brandanschläge auf die Felsenbühen Rathen. In: Karl-May-Rundbrief Nr. 50/1992.
[Bearbeiten] Weblinks
- Die offiziellen Seiten der Landesbühnen Sachsen, zu denen die Felsenbühne gehört.
- Eintrag auf www.festspiel-web.de.
- Eintrag in der Wikipedia.