Ernstthaler Volksschule
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Zu Ostern 1848 trat der sechsjährige Karl May in die Ernstthaler Volksschule ein.
Die Schule teilte sich organisatorisch auf in eine gemischte Elementarschule (zweite und erste Elementarklasse, auch als vierte und dritte Klasse der Knaben- bzw. Mädchenschule bezeichnet), eine Knaben- und eine Mädchenschule (zweite und erste Klasse).
Die Kinder gingen jeweils in vier Klassen, wobei jede Klasse zwei Schuljahre durchlief.
Zur Zeit von Mays Einschulung waren vier Lehrer angestellt, die etwa 600 Kinder zu betreuen haben.
- Rektor und erster Knabenlehrer ist Dr. Friedrich Wilhelm Herz (* 1820; † 1892; bis 20. Dezember 1849)
- erster Mädchenlehrer Kantor Samuel Friedrich Strauch (* 1788; † 1860; bis 1850)
- zweiter Knabenlehrer Friedrich Wilhelm Schulze (* 1815; † 1877)
- zweiter Mädchenlehrer Friedrich August Müller (* 1810; † 1878; bis Ostern 1854)
spätere Lehrer:
- Rektor und erster Knabenlehrer Christian Gentzsch (* 1811; † 1852; ab 1850)
- zweiter Mädchenlehrer Kantorsubstitut und Organist Wilhelm Breitung (* 1827; von 1850 bis 1855)
- Rektor und erster Knabenlehrer Magister Christian Wilhelm Ludwig (* 1823; † 1896; interim für den verstorbenen Gentzsch, bis März 1853)
- Rektor und erster Knabenlehrer Carl Hermann Schmidt (* 1826; † 1901; von 1853 bis 1854)
- erster Mädchenlehrer Ernst Gotthilf Kittel (* 1826; ab 1854)
- Rektor und erster Knabenlehrer Julius Eduard Fickelscherer (* 1816; † 1880; ab 1854)
- zweiter Mädchenlehrer Kantorsubstitut und Organist Gotthilf Ferdinand Eger (* 1834; † 1896; ab 1855)
Da es kein festes Schulhaus gab, fand der Unterricht in verschiedenen Gebäuden statt; so im Kantorat St. Trinitatis und im alten Webermeisterhaus.
Die Prüfungen (Osterexamina) 1849 bis 1853 wurden von Pfarrer und Lokalschulinspektor Carl Traugott Schmidt abgenommen. Nach seinem Tod übernahm Carl Hermann Schmidt den Posten. Er nahm die Prüfungen 1855 und 1856 ab.
Karl May verließ die Schule Ostern 1856.
[Bearbeiten] Literatur
- Karl May: Mein Leben und Streben
- Ingmar Winter: "Der Unterricht war kalt, streng, hart". Das Abbild zeitgenössischer Pädagogik bei Karl May. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1988, S. 292-321. (Onlinefassung)
- Hartmut Schmidt: "Ich war mit fünf Jahren in die Schule gekommen...". Anmerkungen zum Hauptbuch der Ernstthaler Knabenschule. In: Karl-May-Haus Information Nr. 9/1996, S. 7-12. (Onlinefassung)
- Dieter Sudhoff/Hans-Dieter Steinmetz: Karl-May-Chronik I. Sonderband zu den Gesammelten Werken. Karl-May-Verlag Bamberg–Radebeul 2005. ISBN 978-3-7802-0170-6