Die Gum

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Handelnde Personen in
Die Gum

Zeitschriftenausgabe:
Ich-Erzähler
Mahmud Ben Mustafa
Hedjahn-Bei

Buchausgabe:
Abu billa Beni
Emery Bothwell
Hassan el Kebihr
Hedjahn-Bei I
Hedjahn-Bei II
Kara Ben Nemsi
Josef Korndörfer
André Latréaumont
Blanche Latréaumont
Clairon Latréaumont
Rénald Latréaumont


Handlungsorte

Sahara
Ägypten

Illustration aus "Der Karawanenwürger"

Die Erzählung Die Gum. Ein Abenteuer aus der Sahara von Karl May erschien 1878 in der Zeitschrift Frohe Stunden. Unterhaltungsblätter für Jedermann des Verlags Bruno Radelli und weist die wohl komplizierteste Textgenese aller May-Werke auf.

Eine Bearbeitung der Ur-Fassung (vermutlich von nicht-autorisierter dritter Hand) wurde ab 1894 als Titelerzählung in dem Sammelband Der Karawanenwürger veröffentlicht, der seinerseits unter wechselnden Titeln und Zusammenstellungen zahlreiche Nachdrucke bis in die 1920er Jahre erfuhr.

Eine eigene Neufassung schuf Karl May mit der Erzählung Unter Würgern, deren Mittelteil Die Gum bildete und für die er zusätzlich auf Die Rose von Sokna zurückgriff. Unter Würgern erschien 1879 im Deutschen Hausschatz, wurde 1883/84 in der Münchmeyer-Zeitschrift Deutscher Wanderer unter gleichem Titel nachgedruckt und seit 1885 unter dem Titel Die Wüstenräuber in den 4. Band von Bachem's Roman-Sammlung aufgenommen.

Die Hausschatz-Fassung wurde schließlich 1893 wieder unter dem Titel Die Gum in Band 10 der gesammelten Reiseromane Orangen und Datteln aufgenommen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Inhalt

[Bearbeiten] Urfassung

  • Assad Bei, der Heerdenwürger.
  • Hedjahn-Bei, der Karavanenwürger.

Der Ich-Erzähler ist, bewaffnet mit einem »Bärentödter«, gekauft in Front-Street, St. Louis, am nördlichen Rande der Sahara, wo er beim Eintreffen in einem Dorf erfährt, dass alle Bewohner sich zu einer Löwenjagd begeben hatten. Er folgt ihnen und kommt dazu, als der Löwe gerade den Scheich überfallen hat. Der Löwe wird erschossen und der Ich-Erzähler unter anderem mit einem Bischarin-Hedschin belohnt.

Im zweiten Kapitel befindet sich der Ich-Erzähler bei einer Karawane und ist sich sicher, dass diese falsch geführt wird. Als er den Führer der Karawane nachts bei einem Treffen mit dem Scheik der Gum, der Raubkarawane, überrascht, ersticht er ersteren und zwingt letzteren zu dem Eid, die Karawane auf den richtigen Weg und bis zum nächsten Brunnen zu führen und sie bis dahin mit Speise und Trank aus den Beuteln und Schläuchen der Gum zu versorgen. Wenige Minuten später erkennen der Scheik das Bischarin-Hedschin und der Ich-Erzähler den Scheik, der es ihm geschenkt hatte. Dieser hält sein Wort und bringt die Karawane wohlbehalten und gut versorgt bis kurz vor Siwah, wo man sich in Frieden trennt:

"Rabbena chaliëk, Gott erhalte Dich! Du hast zwei große Bei's bezwungen, Assad-Bei, den Heerdenwürger und Hedjahn-Bei, den Karavanenwürger. Schieß auf den "Herrn mit dem dicken Kopfe" so viel Mal Du noch willst, aber hüte Dich in Zukunft vor der Gum, denn Allah giebt nur selten zu, daß einer seiner Gläubigen dem Fremdling unterliegt. Sallam aaleïkum, Friede und Heil sei mit Dir!"[1]

[Bearbeiten] Fehsenfeld-Ausgabe

  • Djezzar-Bei, der Menschenwürger.
  • Assad-Bei, der Herdenwürger.
  • Hedjahn-Bei, der Karawanenwürger.
  • Behluwan-Bei, der Räuberwürger.

Die für den Hausschatz neu geschriebene Geschichte ist eine ganz andere, in welcher der Urtext nur geringen Raum einnimmt und auch nur stellenweise übernommen, weitgehend aber in die neue Handlung eingebaut nacherzählt wird.

In Algier mit Sir Emery Bothwell verabredet trifft der Ich-Erzähler diesen nicht an, weil seinem Gastgeber, einem reichen Händler, beim Überfall auf eine seiner Karawanen auch sein Sohn geraubt wurde. Sir Emery ist sofort aufgebrochen und lässt den Ich-Erzähler bitten, doch möglichst schnell nachzukommen. Er hat einen Führer als Kurier geschickt, der sich Djezzar-Bei, der Menschenwürger, nennt, und dessen Feigheit nur noch durch seine Prahl- und Ruhmessucht überboten wird. Außer ihm nimmt der Ich-Erzähler noch einen Staffesteiner mit, der bei dem Händler in Dienst war, aber nun lieber bei seinem Landsmann bleiben möchte.

Auf dem Weg zur Sahara erlegt der Ich-Erzähler zunächst ein Panter-Paar, ehe er – den Urtext heranziehend – Assad-Bei, den Herdenwürger, angeht. Der Kampf ist sehr viel spannender, das dritte Opfer zieht ihn von zwei anderen ab, ehe der Ich-Erzähler zum Zuge kommt. In dem Geretteten erkennt er einen zur Gum Gehörenden, kann aber dessen Dank – wieder ein Bischarin-Hedschin – nicht zurückweisen und erhält zudem noch eine Koralle als Zeichen für Gum-Angehörige.

Tief in der Sahara, nicht mehr weit von dem Treffpunkt mit Emery, findet der Ich-Erzähler einige Leichen mit dem für Emery typischen Schuss in die Stirn, dann einen Boten des Engländers und begegnet kurz darauf einer fehlgeleiteten Karawane, der er sich anschließt. Er erfährt, dass zwei Brüder den "Karawanenwürger" darstellen, und alles andere Wichtige, um die Gum zu vernichten und den Kaufmannssohn zu befreien. Doch da taucht auch schon jener der Brüder auf, der unter dem Löwen gelegen hatte, begleited von – unter anderen – dem aus Algier entflohenen Boten. Er fordert die Koralle zurück, erklärt sich durch das verschenkte Kamel mit seinem Lebensretter quitt und will ihn nun bestrafen. Als Hedjahn-Bei angesprochen räumt er ein, der Karawanenwürger zu sein, erklärt jedoch die Karawane für sicher, wenn sie nur den Ich-Erzähler ausliefere. Stattdessen aber sterben er und seine Begleiter. Auch der Führer und der Chef der Kameltreiber fallen als Gum-Mitglieder; die Karawane bittet den Ich-Erzähler, ihr Führer zu sein. Dieser nimmt an, verlangt aber die vorherige Vernichtung der Gum und verspricht dazu die Hilfes seines Bruders, des Behluwan-Bei. Die Koralle nimmt er wieder an sich.

Noch auf dem Weg zum Bab-el-Ghud erscheint Bothwell als Fata Morgana; man sieht, wie er einen der Wüstenräuber tötet. Beim nächtlichen Ausspähen der Gum gelingt es dem Ich-Erzähler, Sir Emery zu treffen, der nun mit zur Karawane geht, nachdem der Ich-Erzähler noch einen weiteren Räuber-Posten gerufen hat, um ihm die Position der Karawane anzugeben. Emery übernimmt die "Gefechtsleitung" und bleibt bei den Arabern, während der Ich-Erzähler mit Korndörfer und dem Tebu einen Hinterhalt legt, um die Gum zwischen zwei Feuer zu bekommen. Die meisten fallen gleich bei der ersten Salve, der Rest entflieht.

Am nächsten Tag wird die Burg der Gum besetzt, Rénald Latreaumont befreit und der nun erst eintreffende Rest der Gum samt ihrem Bei getötet. Die Wüste ist wieder sicher.

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Letzter Absatz der Erstausgabe: Die Gum. Ein Abenteuer aus der Sahara von Karl May. In: Frohe Stunden. Unterhaltungsblätter für Jedermann. Sammlung der neuesten und besten Romane und Novellen unserer beliebtesten Schriftsteller in der Gegenwart. Dresden-Leipzig, Verlag von Bruno Radelli, 2. Jg. 1878, Nr. 12, S. 190 f.; Nr. 13, S. 204-208; Nr. 14, S. 221-223 (September 1877).

[Bearbeiten] Illustrationen

Der Abdruck 1949 in Die Kinderpost (Zeitschrift aus Österreich) wurde von Emil Hübl illustriert.

[Bearbeiten] Buchausgaben

Die Hausschatz-Fassung Unter Würgern findet sich weiterhin unter dem Titel Die Gum in Band 10 der Gesammelten Werke, Sand des Verderbens.

Seit 1967 ist die ursprüngliche Fassung Die Gum modernisiert in Band 71 der Gesammelten Werke, Old Firehand, enthalten.

Aktuelle Ausgaben => siehe Bücherdatenbank.

[Bearbeiten] Literatur

Informationen zu Figuren in Karl Mays Werken finden Sie im Karl May Figurenlexikon.
Die zweite Auflage dieses Werkes finden Sie auch online auf den Seiten der KMG.

[Bearbeiten] Weblinks